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Einstieg in Bühnenberufe

Pressestimmen

Act-Theater geht auf eine "Schwarze Reise"
Vom Fernseher verschluckt


Regensburger Straße. In wenigen Tagen nimmt das Act-Theater sein Publikum mit auf eine "Black Journey". Wie der Titel der neuesten Produktion des Findorffer Ensembles erwarten lässt, geht es um eine Reise in ungewöhnliche Gefilde - und die Aussichten sind dabei im besten Sinne sehr dunkel. Denn diesmal spielt die Theatertruppe - eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren - mit dem Stilrepertoire des "Schwarzen Theaters".
Die Wurzeln des "Schwarzen Theaters" liegen im japanischen Puppenspiel. Ende des 19.Jahrhunderts entdeckten europäische Varietékünstler das Spiel in der Dunkelheit für sich. Auch die Findorffer Version verzichtet ganz auf Text. Handlungen und Emotionen werden allein über die Bilder getragen. Die Darsteller spielen in völliger Dunkelheit und bleiben unsichtbar. Sie sind allerdings die Vehikel für fantastische Wesen und neonleuchtende Objekte. Ausgangspunkt der Reise ist ein gewöhnliches deutsches Wohnzimmer. Vater und Mutter tragen einen heftigen Ehestreit aus, während ihr Kind unbeachtet in die Bilder aus dem Fernseher versinkt. Das ist in dieser Produktion wörtlich zu nehmen. Denn die Horrorfilme, Reportagen von Krieg und Katastrophen bannen den jungen Beobachter nicht nur im übertragenen Sinne. Das Kind wird verschluckt von der medialen Welt und begibt sich auf eine fantastische Reise zwischen Illusion und Wirklichkeit.
Wohin so etwas führen kann, ist bei der Premiere des Quartier-Projekts Act-Theater am Donnerstag, 14. April, ab 20 Uhr im "Act-Haus", Bayreuther Straße 14, zu sehen. Weitere Vorstellungen sind am Freitag und Samstag, 15. und 16. April, ebenfalls um 20 Uhr.
ANKE VELTEN, Weser Kurier vom 07.04.2011


Theater im Neonlicht
Neues Stück des "act"−Ensembles / Besondere Darbietungsform
FINDORFF. Eine fantastische Reise zwischen Illusion und Wirklichkeit erwartet die Besucher ab morgen im "act"−Haus an der Bayreuther Straße. Die jungen Teilnehmer des Orientierungsprojekts für Bühnenberufe präsentieren dort ihr neues Werk - eine Reise durch die Medienwelt, für die sie sich eine besondere Darbietungsform ausgesucht haben.
Der Titel des Stücks, "Black Journey", kommt nicht von ungefähr: Schwarzes Theater nennt sich die Gattung, die Ende des 19. Jahrhunderts in Prag entwickelt wurde und nun in Findorff zum Tragen kommt. Dabei spielen die Darsteller in völliger Dunkelheit und bleiben für die Zuschauer unsichtbar. Mithilfe von Schwarzlichtröhren und Neonfarben entstehen fantasievolle Wesen und leuchtende Objekte.
Seit acht Wochen basteln, inszenieren und proben 15 junge Menschen im Rahmen der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme, die die gemeinnützige Gesellschaft Quartier anbietet. Dass das schwarze Theater andere technische Voraussetzungen beinhaltet als klassische Bühnenstücke, haben die Teilnehmer schnell feststellen müssen, berichtet Regisseur Dirk Rademacher. "Die Entwicklung der Geschichte war überhaupt kein Problem, doch dann mussten wir viel experimentieren. Schließlich gibt es kein Lehrbuch, in dem steht, wie schwarzes Theater funktioniert." Sich gemeinsam mit zehn weiteren Darstellern auf einer Bühne zu bewegen, ohne etwas klar erkennen zu können, sei dabei nur eine Herausforderung von vielen.
Inhaltlich haben die "act"−Teilnehmer die Wirkung von Medien thematisiert. Während sich Vater und Mutter heftig streiten, versinkt ihr Kind unbeachtet in die Bilder aus dem Fernseher. Dabei bannen die Horrorfilme und Reportagen von Krieg und Katastrophen den jungen Beobachter nicht nur im übertragenen Sinne. Das Kind wird verschluckt von der medialen Welt und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.
Die Premiere von "Black Journey" findet am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr im "act"−Haus. Bayreuther Straße 14, stall. Weitere Vorstellungen sind am Freitag und Sonnabend, t5. und t6. April, ebenfalls ab 20 Uhr.
Christlna Dieckhoff, Bremer Anzeiger vom 13.04.2011


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