onstage - backstage
Einstieg in Bühnenberufe

Pressestimmen zu act

Ein Job-Projekt für Jugendliche und junge Erwachsene
Die Sozialsenatorin besucht "act"
Von unserem Mitarbeiter Ulf Buschmann
FINDORFF. An diesem Sonntag ist Premiere: Jugendliche aus Deutschland und Polen haben sich ein halbes Jahr lang auf das vorbereitet, was um 20.30 Uhr im Güterbahnhof Tor 48 zu sehen ist - sie tanzten, spielten und filmten. Das Ergebnis ist das Theaterprojekt "tolerance - intolerance". Mit daran beteiligt ist neben dem Schlachthof auch "act", ein etwas anderes In-Job-Projekt.
"tolerance - intolerance" ist eine Koproduktion, an der neben "act" die Theatertanzcompagnie "De LooPERS" beteiligt ist. Auf diese Weise ist der imaginäre Waschsalon "La Lavanderia - SOBINICH" entstanden. Dorthin kommen Menschen nur mit ihrer schmutzigen Wäsche. Ergänzt wird das Ganze durch eine bizarre Folge von Zwischenfällen, die 26 junge Leute aus dem Danziger Kulturhaus Orunia produziert haben. Diese und andere Produktionen starten die Macher von "act", um den jungen Bremern, die unter Umständen keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, eine Zukunft zu ermöglichen. Dies geschieht bei "act" jedoch nicht etwa auf dem klassischen Weg.
Die "act" - Leute verlassen bisweilen die ausgetretenen Pfade - und so bereiten sich die Frauen und Männer auch auf die Arbeit im Bereich der Bühnenberufe vor. Dieses Feld umfasst althergebrachtes wie das Tischlern ebenso, wie Neues. "act" ist als eine der Bremer "ln-Job"-Maßnahmen von Quartier e.v. gegründet worden. "In Workshops können die Teilnehmerinnen die Berufsfelder Bühnenbild, Maske, Veranstaltungstechnik, Kostüm, Bewegungstanz, Grafik, Video und Marketing kennen lernen und herausfinden, ob diese ihren Vorstellungen und Neigungen entsprechen", teilt das Arbeits- und Sozialressort mit. Immerhin: Mit mehr als 15 Bremer Betrieben existieren Ausbildungspartnerschaften. An der Realisierung hat unter anderem die Handelskammer mitgewirkt.
Hintergrund: Senatorin Karin Röpke (SPD) und der Geschäftsführer der Bremer Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales (BAgIS), Tho­mas Schneider, werden "act" am kommenden Mittwoch in den Räumen an der Bayreuther Straße 14 einen Besuch abstatten.
Dann werden Röpke und Schneider hautnah erleben können, wie vielfältig das Ausprobieren in Sachen Arbeitswelt für die jungen Leute von .act" sein kann. Denn dort geht es nicht nach dem alten Sprichwort "Grau ist alle Theorie" zu. Vielmehr steht die praktische Arbeit im Vordergrund. Die Beteiligung an der Produktion von "tolerance- intolerance", die im Rahmen des 10. Internationalen Jugendtheaterfestivals .EXPLOSIVE" stattfindet, ist nur ein kleiner Bereich.
"act" beteiligt sich an Kulturprojekten in ganz Bremen. Dazu gehört eine Performance zur Eröffnung der Zentralbibliothek, dem Abriss des so genannten Kesslerblocks in Tenever auch der Eröffnung des Kulturhauses "KATT" in Kattentnrm. Damit nicht genug: "act" ist eingebunden in das Projekt "dance for life". Mit dieser weltweiten Aktion unterstützen tanzbegeisterte Jugendliche und Erwachsene in nicht weniger als zwölf Ländern aidskranke Kinder in Afrika.
24.09.2005

"...Wann und wo hört man Jugendliche schon so für das schwärmen, was sie tun? In der Bayreutherstr. 14, wo einst nur Büromöbel von einer Ecke in die andere geschoben wurden, immer häufiger. Aus den kahlen Lagerräumen von einst ist eine freundliche Stätte geworden, die den Nachwuchskreativen Platz zur Entfaltung bietet.
Daß das bislang erfolreiche Projekt auch nach dem Auslaufen der Startmaßnahme für andere Jugendliche fortgeführt wird, hofft der Leiter sehr. Und auch dann gilt wieder sein Wahlspruch:"Wir wollen nicht die allerbesten, sondern die, die sich zutrauen, das durchzuhalten." Der ersten Garde ist das gelungen."
Kurier am Sonntag, 17.2.2002

"In Bremen gibt es derzeit 4.127 Jugendliche Arbeitslose im Alter zwischen 16 und 25 Jahren.
Oft haben diese jungen Leute nicht nur keine Lehrstelle, sondern leiden auch unter einer Art Orientierungslosigkeit: Welcher Beruf wäre wirklich der Richtige? Dies ist unter anderem ein Grund für den Kulturverein Quartier e.V., ein völlig neuartiges Projekt namens "act" in Kooperation mit dem Arbeitsamt Bremen, der Sozial- und der Kulturbehörde zu initiieren.
Diese berufsorientierende Maßnahme "Bühne", die Quartier e.V. innnerhalb von zwei Jahren konzipierte, sei in ihrer Art deutschlandweit einzigartig...."
Weser Kurier, 22.8.2001

"Ein neues, von der EU gefördertes Theaterprojekt zeigt auf vorbildliche Weise, wie man unter Nutzung von Synergien und durch Bildung von zahlreichen Partnerschaften das Theaterspiel mit dem zukunftsorientierten Kennenlernen von Bühnenberufen verbinden kann: 'act' kooperiert mit der Bremer VHS, dem Verein Quartier e.V. und dem Land Bremen. Insgesamt 20 junge Erwachsene bekommen dabei im Rahmen einer einjährigen, vom Arbeitsamt geförderten Vollzeitmaßnahme "die Chance, technische, gewerbliche und künstlerische Bühnenberufe kennen zu lernen und in zwei Theaterproduktionen umzusetzen". Parallel dazu organisiert 'act' mehrwöchige, spezifische Kurse sowie Praktika in Bühnen- und Veranstaltungsbetrieben.
Bremer, Februar 2002

Jugendliche lernen Theater-Handwerk
Einmal auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten. Einmal wunderschöne Kostüme nähen, die Bühne für ein tolles Schauspiel ausleuchten : Der Traum vom Theater wird für 20 Jugendliche Wirklichkeit. Dabei sah die Zukunft für sie bis jetzt eher düster aus...
Eine Lagerhalle mitten in Findorff. Auf drei Etagen wird gehämmert, geschneidert, geschraubt, geprobt: Es ist das Zuhause von "Act". Das Projekt der Volkshochschule und des Vereins "Quartier" bereitet arbeitslose Jugendliche ( 18-25 ) 10 Monate lang auf einen Job rund um die Bühne vor. Letztes Jahr startete der erste Kurs, wurde gerade mit einem super Ergebnis beendet: Von 22 Leuten haben 18 einen Ausbildungsplatz gefunden, gehen wieder zur Schule oder sind zum Vorsprechen eingeladen.
Grund genug für den Senat , auch die zweite Runde mit 120 000 Euro zu unterstützen. Gesamtkosten des Projektes : 315 000 Euro.
Initiator Marcel Pouplier ( 49 ) : "Die jungen Leute lernen bei Praktikern. Alle Lehrer sind ausgebildete Bühnenbildner, Schauspieler ..." Innerhalb von zehn Monaten stellen die Hospitanten zwei Produktionen auf die Beine. Pouplier: " das hat also keinen Spielcharakter, sondern ist wirklich ernsthafte Arbeit mit Ergebnis."
Patrizia (19) war bei den Aufnahmeprüfungen für den Lehrgang dabei: "Eigentlich wollte ich Restaurantfachfrau werden. Auf Dauer war der Service aber nichts für mich. Ein Job am Theater wäre toll. " Auch Rebecca ( 19 ) hat Vorstellungen von ihrem späteren Beruf: " Ich muss mit Menschen zu tun haben, will auf keinen Fall den ganzen Tag am Computer sitzen, sondern kreativ sein."

Neuartiges Projekt "act" führt junge Erwachsene an Bühnenberufe heran
"act" heißt ein gemeinsames Projekt der Volkshochschule und des Kulturpädagogischen Vereins "Quartier". Zusammen bieten sie jährlich rund 20 jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren die Gelegenheit , technische, gewerbliche und künstlerische Bühnenberufe kennenzulernen, um eine Orientierung für die spätere Berufswahl zu geben. Dabei soll den Teilnehmern vor allem eine realistische Einschätzung der Tätigkeiten, verstärkt durch mehrwöchige Betriebspraktika, vermittelt werden.
Das Projekt dient in erster Linie als Einstieg in eine weiterführende Ausbildung und wird vom Arbeitsamt unterstützt.
Zehn Monate lernen die Teilnehmer alles über Bühnenberufe - von Ton über Licht, Video und Kostüme, um eigenständige Produktionen auf die Beine zu stellen. Diese werden von Fachleuten geführt. Nach dem künstlerischen Leiter, Wilfried van Poppel, gibt er " in erster Linie den Raum vor, den die Jugendlichen füllen müssen".
In der letzten Woche wurde das Ergebnis präsentiert: Eine Performance, die im ganzen Haus stattfand, denn in allen Räumen wurde zeitgleich gespielt - sogar die Besenkammer wurde nicht ausgespart. Die Räume hatten ganz unterschiedliche Gestaltungen - von einem Warteraum über eine Bar bis hin zu einer Leichenhalle war alles dabei. Der Gast wurde entweder in das Geschehen miteinbezogen oder agierte als Zuschauer.
Im Sommer nächsten Jahres endet der Kurs- dann sollen die Jugendlichen wissen, in welche Richtung ihre Ausbildung gehen soll. Vorher arbeiten sie an einem Theaterstück, das Ende Juni aufgeführt wird.

quartier